19. LICHTSPIELKLUB
KURZFILMFESTIVAL
22.-28.01.2026

Das Scala Cinema wurde 1978 in London gegründet und fand während der repressiven Thatcher-Jahre in einem Kino aus den 1920er Jahren im Stadtteil King's Cross seinen ikonischen Spielort. Bis zu seiner Schließung im Jahr 1993 zog das Scala mit einem wilden Mix aus Kultfilmen, Hollywood-Klassikern, Arthouse-Programmen, B-Movies, queeren Themen und endlosen Filmnächten ein breites Publikum von selbsternannten Außenseiter*innen und Sonderlingen an. Zudem wurde es zu einer Filmschule für viele angehende Filmemacher*innen, Musiker*innen, Schauspieler*innen und Künstler*innen, darunter Tilda Swinton, Peter Strickland und Isaac Julien.
Mit seiner diesjährigen Retrospektive zollt das British Shorts Film Festival der Vielseitigkeit unabhängiger Kinos Tribut. Das Kurzfilmprogramm „Scala Rising: Anarchic Shorts from London's Legendary Underground Cinema“ versammelt wichtige Werke, die seinerzeit im Scala Cinema gezeigt wurden. Das Programm wurde von Jane Giles co-kuratiert. Plus Q&A mit Co-Kuratorin Jane Giles!
| Scala Cinema (Documentary), R.: Ali Peck, Victor De Jesus, 03:46 Min. Dieser auf VHS gedrehte Studentenfilm vermittelt einen Eindruck davon, wie das Scala Cinema 1992 ausgesehen hat. Der Off-Kommentar, der 2023 bei der Wiederentdeckung des Films aufgenommen wurde, stammt von Paul R White. Er war ein Kommilitone von Ali Peck und Stammgast im Scala. |
| Relax (Drama), R.: Christopher Newby, 23:17 Min. Ein junger Mann erfährt, dass einer seiner Sexpartner an AIDS erkrankt ist. Er lässt sich bei einem Arzt testen und muss einige Tage lang auf das Ergebnis warten. Während sein sorgloser Freund ihn aufmuntern will, stellt er sich in seinem Kopf eine Reihe verschiedener Szenarien vor. Christopher Newbys Drama thematisiert die AIDS-Krise der 1980er und 90er Jahre und die Stigmatisierung der Opfer. |
| Coping with Cupid (Comedy), R.: Viv Albertine, 18:56 Min. Drei weibliche, blonde Aliens kommen auf der Suche nach einer Energiequelle namens „Liebe“ auf die Erde. Sie landen im Londoner Rotlichtbezirk von Soho und haben nur 48 Stunden Zeit, um herauszufinden, was sich dahinter verbirgt. Die bissige Gesellschaftssatire wurde von Viv Albertine inszeniert, die Mitglied der feministischen Punkband The Slits war. |
| Ballad of Reading Gaol (Experimental), R.: Richard Kwietniowski, 11:23 Min. Die lyrische Filmcollage illustriert Zitate von Oscar Wilde aus seinem Prozess wegen Unzucht im Jahr 1895. Anschließend werden die gegenwärtigen Orte seiner „Verbrechen“ in London sowie sein Grab auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris gezeigt. In seiner poetischen Reflexion zieht Richard Kwietniowski geschickte Parallelen zur Homophobie in den 1980er Jahren. |
| Smart Alek (Drama, Horror), R.: Andrew Kötting, 18:39 Min. Der Urlaubstrip einer dysfunktionalen Familie zu einem Ferienresort an der englischen Küste entwickelt sich zu einem wahren Horrortrip. Und das nicht erst, als sie einer Gruppe von gesuchten Straftätern begegnen. Regisseur Andrew Kötting experimentiert mit verschiedenen Filmformaten und -stilen. Die Figur des „Smart Alek” wird von dem Komiker Sean Lock († 2021) gespielt, der auch Co-Autor des Drehbuchs ist. |
| The Mark of Lilith (Horror, Experimental), R.: Bruna Fionda, Polly Gladwin, Zach Mack-Nataf, 33:16 Min. Eine Vampirin steht vor einer Existenzkrise und hinterfragt die Genrekonventionen von Horrorfilmen. Sie findet eine Geisteswissenschaftlerin, die zu ihrer Verbündeten und Geliebten wird. Der feministische Essayfilm wurde von der Studierendengruppe „Women Challenge Film Education“ gedreht und setzt sich mit der Macht-, Rassen- und Geschlechterpolitik innerhalb von Beziehungen auseinander. |